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Trommelröster

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Bester Kaffee für wenig Budget! - Teil 3

In diesem Teil zum Thema "bester Kaffee für wenig Budget!" geht's nicht um die Maschinen, sondern um die Kaffeebohnen. Denn auch hier gibt es unterschiedliche Qualitäten zu unterschiedlichen Preisen.

5 Kriterien, die jederzeit die Kaffeequalität feststellen lassen

Woran kann man guten Kaffee - unabhängig vom Preis - erkennen? Welche Kriterien sollte ein guter Kaffee erfüllen? Folgende 4 Fragen sollte der/die KaffeelieferantIn Eures Vertrauens beantworten können:

1. Provenienz & Anbau: Woher stammt der Kaffee? Welches Land, welche Anbaumethode, welche Pflege bekam der Kaffee-Strauch & die Bohne?

2. Ernte & Aufbereitung: wie wurde der Kaffee geerntet und aufbereitet? Getrocknet, gewaschen oder Honey? Wie wurde er exportiert? Massenware oder Fair Trade oder Direct Trade?

3. Single Origin oder Blend? Ist der Kaffee reinsortig oder "geblendet", wurden also mehrere Bohnen miteinander vermischt? Beides kann hohe Qualität bedeuten - es kommt immer darauf an, welche Bohnengüte verwendet wurde!

4. Röstung: wie wurde der Kaffee geröstet? Industriell oder in der Trommel? Hell oder schokoladig? Ein guter Röster oder Händler kann diese Frage im Schlaf beantworten 😉. Es gilt eine Grundregel, nach der man sich richten kann: hellere Röstungen eignen sich ausgezeichnet für Filterkaffees und dunklere sind perfekt für Espressi, Vollautomaten & Mokkakanne.

5. Verpackung: Ist es eine wertige Verpackung, dann ist sie mit einem Ventil oder einer Funktion seitlich an den Rändern ausgestattet, die den Kaffee "ausgasen" lässt (bei der Röstung entsteht Co2 das raus muss).
Findet Ihr eine solche Funktion nicht, dann ist sie wahrscheinlich bloß mit einer Nadel angestochen. Das hat den Nachteil, das Luft auch reinkommen kann (Kaffee nimmt gerne Geruch an!). Also: auch Augen auf bei der Verpackungswahl!

Meine Empfehlung für kleine Kaffee-Budgets

Wenn Ihr gerne guten schokoladigen - als dunkel gerösteten - Kaffee trinkt, aber dennoch aufs Börserl schauen müsst oder wollt, dann kann ich Euch die Trommelröstungen
der heimischen Rösterei NABER sowie unseren Schönbergers ALPHA besten Gewissens empfehlen:

Der Vorteil der Naber-Kaffees ist vielfältig:

  1. Erstens werden sämtliche Naber-Kaffees in einer Trommel geröstet und danach per Luftkühlung wieder auf normale Temperatur gebracht. Das garantiert beste Kaffeequalität - im Geschmack und im Aroma
     
  2. Zweitens röstet Naber, anders als viele große Röstereien, nicht im Ausland, sondern hier vor Ort in Wien - in der Autokaderstrasse. Das
    *) sichert einerseits Arbeitsplätze in Österreich und
    *) verhindert andererseits umweltbelastende Kaffeetransporte.
    Der beste ökologische Fußabdruck ist somit garantiert! 

    3. Drittens: Wiener Rösttradition seit 1908! Bereits seit über hundert Jahren wird hier die
        hohe Kunst des Röstens gelebt. Das schmeckt man auch! Egal, ob man Filterkaffee, Kaffee
        aus der Mokkakanne, der Frenchpress, dem Vollautomaten oder dem Siebträger lieber
        mag: es gibt für jeden Geschmack eine passende Kaffeesorte!

    4. Viertens: Fairer Preis! Die Rösterei Naber verfolgt ein absolut faires Pricing. Das Viertel-Kilo gibt's ab EUR 5,-! Und das,
        obwohl die Kosten durch die Produktion in Österreich sicherlich höher sind als jener Röstereien, die im Ausland rösten.

Und auch für unseren hauseigenen ALPHA-Kaffee gilt: geröstet wird daheim - und das in der Trommel!
 

Fahr nicht fort, kauf im Ort!

Somit tut Ihr beim Kauf einer heimischen Trommelröstung also nicht nur Eurem Gaumen und Geldbörsel was Gutes, sondern so ganz nebenbei auch noch dem österreichischen Arbeitsmarkt sowie der Umwelt. Das sind doch vier gute Gründe, zum heimisch gerösteten Kaffee zu greifen.

So das war der Dritte und vorerst letzte Teil zum Thema "bester Kaffee für wenig Budget! Ich hoffe, es waren ein paar gute Tipps dabei, wie man die Kaffeekosten gut im Griff haben kann und dennoch gute Qualität bekommt! Ich wünsche Euch damit sensationell entspannende Kaffee-Momente!
Euer Kaffeeliebhaber Patrick Schönberger, Euer "Kaffee-Pad"

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Industrieröstung

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Industrieröstung

Heute mal ein kritischer Beitrag zum Thema "Industrieröstung".

Grundsätzlich kann man der industriellen Fertigung viele Vorteile zusprechen. Aber bei Kaffee kann ich das nicht unterstützen.
Natürlich geht es in der Industrie vor allem darum, Zeit und Geld zu sparen. Eine traditionelle Trommelröstung dauert ca. 18 Minuten. Mit Vor- und Nachbereitung kommt der Röster ca. auf eine Stunde pro Röst-Durchgang.

Die Industrie möchte das natürlich verkürzen und setzt auf Zeitersparnis. Wie? über die Temperatur. Statt 18 Minuten bei ca. 220°C schonend zu rösten, wird die Temperatur in den Industrieöfen mit Heißluft auf bis zu 800°C aufgeheizt. Der Kaffee wird im Durchlaufverfahren geröstet: in einer Röststraße wird der Rohkaffee auf ein lufttdurchlässiges Förderband gegeben und durchläuft einen riesigen Umluftofen. Dabei nimmt der Kaffee natürlich Feuchtigkeit auf und der Einbrand (der Gewichtsverlust beim Rösten) wird auf bis zu 5% minimiert.

Nach nur ca. 1-4 Minuten ist der Spuk vorbei. Und weil der Kaffee ja so heiß ist, reicht eine schonende Luftkühlung nicht aus, sondern es wird mit kaltem Wasser oder Wasserdampf gekühlt (sog. Quenching). Diese Wasser-Kühlung führt dazu, dass die Bohne innerhalb weniger Sekunden abkühlt und zerreißt. Dabei treten die kostbaren Öle aus, die bei der Kaffeezubereitung dann den herrlichen Geschmack sowie das Aroma ausmachen.

Mit dem Ergebnis, dass der Kaffee zwar außen eine schöne braune Farbe hat – oft bereits mit ersten Verbrennungspuren und die Öle sind ausgetreten – innen aber noch nicht „durch“ ist à ähnlich einem Braten oder Kuchen, der zu kurz im Ofen war. Verbrannte Röstaromen kommen zur Geltung und legen sich über das komplette Geschmacksbild.

Ihr erkennt Industrieröstungen ganz leicht:
einfach eine Bohne aufbrechen und nachsehen: das Innere der Bohne ist noch hell, während er außen verbrannt ist.

Weniger Aroma und Geschmack - Magenschmerzen inklusive!

Die Top 3 Gründe der Kaffeeunverträglichkeit

Bei der Industrieröstung bilden sich Aromastoffe augrund der kurzen Röstzeit nicht aus und auch die Säure kann nicht abgebaut, sowie die Bitterstoffe nicht aufgebaut werden. Dieser Umstand verursacht die berüchtigten Magenschmerzen nach dem Kaffeegenuss.

Der industriell geröstete Kaffee ist rein optisch dem traditionell (Trommel-)gerösteten sehr ähnlich und nur für Kenner auf den ersten Blick identifizierbar. Leicht ist es allerdings zu erkennen, wenn man die Bohne aufbricht: weil die Bohne im Inneren noch nicht fertig geröstet sind (also durch die kurze Röstzeit noch nicht ganz durch sind), bleiben sie innen hell. Vergleicht man also Kaffeemehl von Industrie-Bohnen mit Trommelröst-Bohnen, dann ist der Unterschied sofort für jedes Auge erkennbar.

Außerdem werden hier alle möglichen Bohnen (verschiedene Varietäten, verschiedene Herkunftsländer..) zusammen geröstet, das Individuelle der Bohne wird nicht berücksichtigt. So landen Bohnen mit hohem Feuchtigkeitsanteil auf dem gleichen Band wie sehr trockene. Somit ist wird kein durchgängiges Röstergebnis erzielt - manche Bohnen sind dann eben mehr durch und andere weniger.

Das Fazit:

Das alles erklärt also die günstigen Supermarktpreise - es wird mindere Qualität angeboten, deren Preis für die Leistung meines Erachtens eigentlich noch viel zu hoch angesetzt ist.

Wie so oft gilt also auch beim Rösten: Gut Ding will Weile haben. In fünf Minuten ist es nicht möglich alle guten Geschmacksaromen im Kaffee herauszuarbeiten. Somit bleibe ich jedenfalls dem traditionellen Rösterhandwerk treu und rate Euch: tut Eurem Gaumen und Eurem Magen Gutes und greift zu Trommelröstungen!

TIPP: Ihr erkennt industriell gerösteten Kaffee relativ leicht am billigen Preis und am "Bohnenbild": die Bohnen sind oft zerbrochen, teilweise sogar zerbröselt und auch ölig (weil eben durch die Wasserkühlung die Bohne bricht). Das muss nicht immer auf eine Industrie-Röstung hindeuten, aber in den meisten Fällen ist es eine. Am besten, Ihr fragt beim Kauf den Händler Eures Vertrauens. Wenn er/sie es nicht wissen sollte, dann kann auch das ein Hinweis sein 😉.

Also denkt dran: tut Euren Geschmacksknospen und Eurem Magen was Gutes. Denn: #LifeIsTooShortForBadCoffee!

Euer Kaffeeliebhaber Patrick Schönberger, Euer "Kaffee-Pad"
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