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Hario Filter-in Bottle

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Filterkaffee ist wieder angesagt

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Die Landtschaft der “3rd Wave Coffee Bars” birgt viele Schätze. Unter anderem auch die Neu-Definition des Filterkaffees. In Österreich sind die Anfänge dieser Welle den 3rd Wave-Röstern Vienna School of Coffee, Alt Wien Kaffee, Kaffeefabrik, Caffé Couture, People on Caffeine (POC), Balthasar, KaffeeMik, Kaffeemodul, Kaffee AlchemieSuchan Kaffee, Fürth Kaffee , Kaffee von Sascha und einigen mehr zu verdanken. In der Zwischenzeit ist die neue Röster-Landschaft auf eine beachtliche Zahl angewachsen und ermöglicht höchsten Kaffeegenuss.

Was kann der neue Filterkaffee?

Obwohl die Kaffeebrauer alle das gemeinsame Problem des schlechten Rufs des Filterkaffees haben, glauben Sie an dessen Potential.

Der neue Filterkaffee hat nichts zu tun mit Tropfautomatik und Wärmeplatten - hier geht es um geschickte Handarbeit. Das Ergebnis ist mitunter gewöhnungsbedürftig, weil es so anders schmeckt wie das Altbekannte: klar und frisch und komplex, erinnert es auch optisch mehr an Tee als an gewöhnlichen Filterkaffee.

Serviert wird der Filterkaffee im Chardonnay-Glas, weil das die Zitrus- und Beerenaromen des Gebräus besonders gut betont.

Kaffee-Zubereitung im Filter

Herkömmliche Filterkaffeemaschinen machen viel falsch: Das Wasser, das auf das Pulver rinnt, ist zu heiß für eine gute Extraktion. Es trifft stets nur die gleiche Stelle und benetzt damit den Geschmacksspender nicht gleichmäßig. Die Öffnung, durch das es abtropft, ist zu klein, sodass das Wasser oben zu lange steht. Der Filter ist nicht fein genug, außerdem schmeckt er nach Papier. Goldfilter schaffen da nur teilweise Abhilfe.

Der aufmerksame Filterkaffeeinist hingegen gießt manuell und arbeitet mit Digitalwaage, Timer und Gießkanne, um alle Parameter möglichst gut kontrollieren zu können. Die Kaffeefilter-Formel:

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  • Etwa sechs Gramm Kaffee kommen auf 100 Milliliter Wasser (55 - 65g auf 1 L Wasser)

  • Wassertemperatur: 92 bis 96 Grad

  • Aufgießen: zuerst den frisch und grob gemahlenen Kaffee im Filter mit etwas Wasser anfeuchten und ca. 30 Sekunden quellen lassen - der Fachbegriff für diese Phase heißt "Blooming"

  • Danach das Wasser langsam und in Kreisen von innen nach außen mit der Kanne über Kaffee gießen und darauf achten, dass keine Turbulenzen entstehen

  • Brühzeit: ca. drei bis sechs Minuten - je nach verwendeter Kaffeeröstung und gewünschter Intensität.

Es gibt mehrere Arten der Filterkaffee-Zubereitung, die beliebtesten sind die sogenannten Dripper - also Kaffeefilter-Systeme - die French Press und die Aeropress. Bei allen ist die Zubereitungs-Prozedur ähnlich: Erst wird der Filter kurz gewaschen, um möglichen Papiergeschmack loszuwerden. Dann wird der frisch gemahlene Kaffee mit einem Schuss Wasser aufgegossen und 30 Sekunden quellen gelassen. Erst dann wird das restliche Wasser dazugegossen.

Dripper:

Ein Dripper ist nicht viel mehr als ein Glas- oder Plastikbehälter, der auf eine Kanne gesetzt werden kann und in den der Filter gesteckt wird. Die beiden führenden Firmen für dieses System sind Hario aus Japan und Chemex aus den USA. Chemex-Filter sind etwas gröber, was geschmacklich einen Unterschied machen kann - kosten hilft bei der Entscheidung. Nach dem Quellen wird bei beiden das restliche Wasser langsam in kreisenden Bewegungen über den Kaffee gegossen. Spezielle Gießkannen mit kleiner Öffnung erleichtern das. Wichtig ist, nicht an den Rand zu gießen, weil sonst der Kaffee unterspült wird und die Extraktion nicht gleichmäßig verläuft. Insgesamt soll er etwa zweieinhalb bis drei Minuten mit dem Wasser in Kontakt gewesen sein.

French Press:

Die French Press ist in Österreich bereits länger bekannt: Wasser und Kaffee werden in der Kanne vermischt, nach dem Ziehen wird der gemahlene Kaffee mit einem Filter zu Boden gepresst.

Aeropress:

Ähnlich funktioniert die Aeropress: Sie sieht ein wenig aus wie eine Spritze, auch hier werden Kaffee und Wasser vermischt, dann wird die Flüssigkeit durch einen Filter gepresst. Ein Unterschied ist, dass der Kaffee nicht auf dem Satz stehenbleibt.

 

Filterkaffee Röstungen & Mahlgrad

Mahlgrad fein_mittel_grob_Schönbergers Beans and Machines.jpg

Guter Filterkaffee (nicht der aus dem Supermarkt, sondern Trommelröstungen) wird meist um eine Spur heller geröstet als Espresso-Kaffeebohnen (sogenannte schokoladige Röstungen), das ganz besonders viele Aromen (bis zu 800!) aus dem Kaffee heraus kitzelt. Er kann ähnlich spannend, komplex und vielfältig sein wie Wein - vor allem, wenn er schon etwas ausgekühlt ist.

Gemahlen wird der Kaffee mit mittlerer Körnung - nur so kommt die Qualität für besten Filterkaffee zustande.

Lasst es Euch schmecken!
Euer Kaffeeliebhaber Patrick Schönberger, Euer "Kaffee-Pad"

Verwandte Links - inkl. Tipps:

 

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Bester Kaffee für wenig Budget! - Teil 2

Nach den Tipps zu den bewährten Zubereitungsarten mit Mokkakanne, Frenchpress und Moccamaster schauen wir uns nun diese drei weiteren schönen Alternativen des günstigen Kaffee-Genusses an - allesamt Filterkaffeemaschinen, die sensationellen Kaffee brauen:

  • Hario Filter-In Coffee Bottle

  • Aeropress und

  • Chemex

 

 

Bei all diesen 3 Zubereitungsarten handelt es sich um Filterkaffee - Ihr braucht dafür etwas heller gerösteten Kaffee und eine mittlere Kaffee-Mehl-Körnung.

1. Aeropress

Dieses äußert witzige Video rechts - produziert von Coffee-Circle in lässiger MacGyver-Manier 😉 - zeigt Euch kurz und bündig, wie einfach und schnell man Aeropress-Kaffee zubereitet kann. Und ich sag Euch: der schmeckt sensationell!

Aeropress-Kaffee ist inzwischen so beliebt, dass es eigene Weltmeisterschaften dafür gibt. Dort messen sich die Besten der Besten und erzeugen unglaublich köstliches Gebräu. Auch in Österreich finden jährliche Aeropress-Meisterschaften statt. 2015 und 2016 wurden die z. B. in der beliebten Ottakringer Brauerei ausgetragen. Also falls Ihr mal die Gelegenheit habt dabei zu sein, dann rate ich Euch: verpasst sie nicht, denn bei diesen Meisterschaften sind wahre Künstler am Werk.

Aeropress Invers
Viele schwören bei der Zubereitung auch auf die sogannte "Inverse Methode" (man wendet die Aerpress kopfüber an), weil dadurch die Herstellung einerseits Zeit spart und dennoch den Kaffeegeschmack auf die Spitze treibt.

Rechts, im charmanten Video von Dave Cheung seht ihr, wie's geht:

 

Budget:

Für die Aeropress muss man ca. EUR 35,- kalkulieren. Sie ergibt einen wirklich sensationellen Kaffee, der von Liebhabern als DER Filterkaffee bezeichnet wird.

Liebhaber diskutieren viel darum, ob der Papierfilter oder der Stahlfilter besser sind. Ich bin für Papier 😉! Der Kaffee schmeckt mir einfach besser so. Aber das ist natürlich reine Geschmackssache. Wählt, was Euch lieber ist! 

 

2. Hario Filter-In Coffee Bottle

Die schöne Bottle gibt's in 2 Farben - chocolate & milk - und sie hat nicht nur den Vorteil, dass man keinen zusätzlichen Papier- oder Stahl-Filter dafür braucht, sondern man kann mit ihr gleich 2 Filterkaffee-Arten zubereiten:

  • einerseits brüht sei einen köstlich heißem Filterkaffee und

  • andererseits erzeugt der sensationell feine Filter auch einen unglaublich guten Cold Brew-Kaffee!

Und so einfach geht die Zubereitung:

HEISSER FILTERKAFFEE:

COLD BREW:

Budget:

Die Hario Filter-In Bottles gibt's ab ca. EUR 40,-. Ich kann sie nur wärmstens empfehlen! Für mich ist sie DIE Erfindung fürs Brauen von feinstem Filterkaffee-Geschmack für alle Jahreszeiten - im Winter für schönen Filterkaffee und in den warmen Sommermonaten für köstlichen COLD BREW! Großes "LIKE" meinerseits! 😉

 

3. CHEMEX

 

Last but not least möchte ich Euch noch die Chemex vorstellen. Sie ist bei Filterkaffeeliebhabern bereits gut bekannt und inzwischen auch weit verbreitet. 
Abgesehen davon, dass manchen das Falten des Chemex-Filters zu Beginn etwas Schwierigkeiten bereiten kann, hat man später, wenn man's mal routiniert hat, umso mehr Freude. Denn die Chemex macht einen sehr schönen Filterkaffee! Und so einfach geht's:

Und weil schauen ja einfacher ist wie lesen😉, hier gleich auch als Video - wiederum vom charmanten CoffeeCircle-Team:


Budget:

Die kleinste Chemex Kanne (für ca. 3 Tassen Kaffee) gibt's ab ca. EUR 55,-. Je nach Größe steigt dann der Preis rauf auf EUR 120,-.
Im angloamerikanischen Raum sind sie - je nach Wechselkurs - deutlich günstiger zu haben. Falls Ihr also einen Trip nach England, Canada oder USA plant und Chemex-Kaffee liebt, dann rate ich Euch: nehmt Euch ein schönes Souvenir mit. Gute Verpackung ist hier natürlich das Geheimnis 😉.

Auch für diese 3 Kaffeemaschinen gilt: egal für welche Ihr Euch entscheidet, eins ist sicher: sie sind alle Garanten für geringe Kaffeekosten!
Euer Kaffeeliebhaber Patrick Schönberger, Euer "Kaffee-Pad"

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