Österreich ist seit der Gründung des ersten Kaffeehauses in Wien - 1685, Café Schopenhauer im 18. Gemeindebezirk - als Kaffee-Nation in aller Munde. Allen voran die Wiener Kaffeehäuser.

Und dennoch werden mir alle Kaffeeliebhaber, die kürzlich in einem dieser berühmten Häuser waren, beipflichten, dass es nicht der Kaffee sein kann, warum man diese Örtlichkeiten aufsucht. Denn gelinde gesagt ist die Kaffee-Qualität, die serviert wird, dort oft erbärmlich. Man möge mir verzeihen, aber dafür fällt mir einfach kein anderer Ausdruck ein.

Und kürzlich wurde ich in einem dieser Häuser auch Zeuge, wie ein deutscher Tourist, der das Kaffeehaus mit hohen Erwartungen besuchte, den Kaffee als "Plörre" bezeichnete... Da kann ich nur sagen: wo er recht hat, hat er recht.

Dabei sind Österreicher Genießer!
Das Ganze ist umso verwunderlicher, da Österreicher ja bekannt dafür sind, Genießer zu sein. Nichts geht über das perfekte Schnitzel, den perfekten Tafelspitz oder das berühmte Gulasch mit Bier. Das Ganze wird von Torten und den böhmisch-österreichischen Mehlspeisen getoppt. Und wie wir gerne feststellen, hat sich ja auch Bier- und Wein-technisch viel Gutes in den letzten Jahren getan.

Warum hört also diese Qualität vorm Kaffee auf?
Kürzlich musste ich bei einer Maschinen-Wartung feststellen, dass auch in Hauben-Restaurants die Kaffee-Zubereitung als auch Kaffee-Maschinen Hygiene klein geschrieben werden kann. Nachdem ich den ersten Schock überwunden hatte, musste ich erstaunt feststellen, dass man auch bei Köchen und Kellnern in Gourmet-Tempeln nicht unbedingt Kaffee-Wissen voraussetzen darf. Gerade in diesen Häusern gehörte es doch zum guten Ton, seinen Gästen einen schönen italienischen Espresso oder Capuccino servieren zu können. Es gibt also Aufklärungsbedarf.

Dabei wäre es so einfach:
Man nehme
1. Frisches Wasser - täglich frisch.
2. Hohe Bohnenqualität - Trommelröstung geht vor Industrieröstung, man achte auf frische Bohnen & den Mahlgrad (Crema)!
3. Gute Maschinenqualität - Gut heißt nicht unbedingt teuer. Wichtig ist, dass es den Anforderungen entspricht.
4. Milchschaum Basis-Know How - Kühlschrankkalt. 70 Grad Celsius dürfen keinesfalls überschritten werden!
5. Vorgewärmte Tasse - Das macht den perfekten Espresso-Genuß!
6. sowie natürlich: Maschinenpflege - Tägliche Reinigung ist ein Muß!

So macht Kaffee Spaß!
Man sollte meinen, dass diese 6-Schritte-Rezeptur für Kaffeehäuser ein Leichtes ist. Aber will man kurze, schöne Espressi mit schöner Crema oder Capuccini mit Italienflair, geht man anstatt in Kaffeehäuser lieber in einen der vielen Kaffee-Liebhaber-Boutiquen, die - Gott sei Dank - aktuell in allen Bundesländern köstliche Knospen treiben. Sonst würden wir im Kaffeehaus-Land eine bedauerliche Existenz erleiden.

Also komme ich wieder mal zum Fazit:
Es gibt noch viel zu tun Punkto "Awareness" für guten Kaffee in Österreich! Das gilt für Konsumenten genauso wie für Gastronomen. Gut so, denn ich trage gerne mit meinen geschätzten Geschäftspartner-Kollegen - wie Suchan Kaffee, Espressokultur, Christian Kaiserseder - Anco, Franz Grünwald's Baristaschule, Andreas Dreier, Goppion Caffè, Jura, La Piccola, Quickmill, Nuova-Simonelli, etc. - mein Scherflein dazu bei. Damit die österreichische Kaffeehauskultur wieder ihren Namen verdient. Und damit auch die geschätzten Touristen nicht auf das vielgelobte Österreich-Flair in den Kaffeehäusern verzichten müssen.

Euer Kaffeeliebhaber Patrick Schönberger, Euer Kaffee Pad

 

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